...wird ausfuehrlich beschrieben
Kleine Zeitung, 22.10.03
21.10.2003 20:17
"Goldregen" für US-Konzerne im Irak
Für viele US-Konzerne winkt durch den Wiederaufbau im Irak das große Geld. Vor allem gute Kontakte zur US-Regierung sind nicht selten vorteilhaft.
Der Wiederaufbau im Irak verspricht zu einem Milliardengeschäft zu werden, und US-Konzerne haben die besten Chancen, dabei die größten Aufträge an Land zu ziehen. Für Firmen aus Deutschland, Frankreich und anderen Ländern, die gegen den Krieg waren, werden dagegen nach Einschätzung von Diplomaten in Bagdad mittelfristig keine großen Fische zu angeln sein. Besonders in der Ölindustrie locken satte Gewinne.
Aufträge an US-Unternehmen. Die US-Regierung hatte die ersten Aufträge bereits im Frühjahr ausschließlich an US-Unternehmen vergeben - "aus Sicherheitsgründen", hieß es damals. Mit dem Fuß in der Tür und besten Kontakten haben sie gute Chancen, auch in Zukunft im Irak dick im Geschäft zu sein. Außerdem sind die Ausschreibungen für Großaufträge nach Einschätzung westlicher Handelsexperten oft auf US-Firmen zugeschnitten.
Gute Kontakte. Die Ölfirma Halliburton, bis zum Jahr 2000 vom jetzigen Vizepräsidenten Dick Cheney geleitet, hat sich über Tochterunternehmen Aufträge im Umfang von mehr als 1,7 Milliarden Dollar im Irak gesichert. Dazu gehören neben Wiederaufbauaufgaben auch Militäraufträge zur logistischen Unterstützung der Truppen. Die Bewachung der Ölpipelines soll, wie am Dienstag in Bagdad bekannt wurde, von zwei britischen Firmen übernommen werden, von denen eine eng mit der in den USA ansässigen ArmorGroup/DSL verbandelt ist.
Fest in US-Hand. Die kalifornische Baufirma Bechtel, die mit dreistelligen Millionensummen im Geschäft ist, nimmt für die Sicherheit ihrer Operationen im Irak ebenfalls die Dienste der ArmorGroup in Anspruch. Die US-Firma DynCorp bildet im Auftrag der Amerikaner irakische Polizisten aus. Die Ausbilder der US-Firma Vinnell kümmern sich in der Kirkush-Kaserne um den Drill der neuen irakischen Soldaten.
"Selbstbedienungsladen". Der unter US-Aufsicht gebildete irakische Regierungsrat will ab sofort ganz im Sinne Washingtons 100-prozentige Töchter ausländischer Unternehmen zulassen. In Bagdad fürchten irakische Geschäftsleute und europäische Diplomaten, dass die vor einem Monat verabschiedeten Rahmengesetze für Investitionen, Zoll, Banken und Steuern das Land zu einem "Selbstbedienungsladen" für die Besatzungsmächte und ihre regionalen Partner Türkei und Kuwait machen könnten.
Der Widerwille zahlreicher Länder, unter diesen Umständen Geld zu spenden, hat Washington jetzt zu einer Konzession gezwungen: Das Geld aus dem Ausland soll von der Weltbank und den Vereinten Nationen verwaltet werden und nicht der US-Besatzungsbehörde. Dabei kämen Firmen aus aller Welt gleichermaßen zum Zuge.
* Das glauben die selbst nicht!![]()
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