FAZ, 17.01.04
Wettstreit in Berlin um Erneuerung in Deutschland
16. Januar 2004 Bundesregierung und Opposition wollen sich künftig mit unterschiedlichen Konzepten um die Themen Innovations- und Wissenschaftsfreundlichkeit kümmern. Nach einem Gespräch mit acht Vertretern der Wirtschaft, drei Vertretern der Wissenschaft und einem Mitglied des DGB-Vorstands am Donnerstag abend in Berlin kündigte Bundeskanzler Schröder (SPD) eine Initiative "Partner für Innovation" an, deren Aktivitäten in einem "Innovationsbüro Deutschland" koordiniert werden sollen. Schröder forderte, künftig müsse zuerst über Chancen neuer Technologien gesprochen werden und erst dann über Risiken. Er kündigte zugleich einen Gesetzentwurf zur frühzeitigen Betreuung von Kindern an, um ihre Förderung zu verbessern und Frauen Arbeitschancen zu geben.
Die CDU unternahm am Freitag den Versuch, die Debatte über Innovationen nicht der Regierung zu überlassen. CDU-Generalsekretär Meyer kündigte ein "Projekt Wachstum" an. Es besteht aus acht von Landespolitikern geleiteten Arbeitsgruppen und soll von der Reform der Bildungspolitik bis zur EU-Erweiterung Wachstumschancen für die Wirtschaft identifizieren helfen.
Wissenschaftliche Leitvision
Nach dem Gespräch beim Kanzler wurde ein Papier veröffentlicht, in dem es heißt die Partner wollten gemeinsam Zukunftsmärkte identifizieren, die Marke "Made in Germany" verteidigen, die Begeisterung für Wissenschaft wecken und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Nach Angaben von Teilnehmern wurde bei dem Gespräch auch erörtert, ob man in Deutschland oder Europa eine ähnliche wissenschaftliche Leitvision schaffen könnte wie der amerikanische Präsident Bush durch seine Ankündigung einer Mission zum Planeten Mars. Diskutiert wurde auch über ein absolut unfallsicheres Auto und über die Therapie von Gehirnkrankheiten. Am Freitag morgen mit den Vorstandsvorsitzenden, zu denen auch der Chef der Deutschen Telekom, Ricke, zählte, machte der Kanzler deutlich, daß die partnerschaftliche Zusammenarbeit im "Innovationsbüro" Grenzen hat. Dem Konsortium zur Einführung einer Lastwagen-Maut, dem die Telekom angehört, setzte er eine Frist bis 31. Januar, um ein Konzept für die Einführung der Maut vorzulegen. Deutschland und die deutsche Wirtschaft müßten beweisen, daß sie fähig seien, "innovativen Systeme" nicht nur zu versprechen, sondern auch einzusetzen.
Vertreter der Wirtschaft begrüßten zwar grundsätzlich, daß das Thema Innovation stärker in den Vordergrund gerückt werde. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Wansleben, sagte, der Innovationsgipfel dürfe aber kein politisches Ablenkungsmanöver sein. Umweltminister Trittin (Grüne) rechtfertigte am Freitag im Bundestag die Erhöhung der Fördersummen für Energie aus Wasserkraft, Biomasse und Erdwärme mit den Worten: "Wir brauchen Innovationen, um dem Klimawandel entgegenzutreten."
* So ein Programm ist
a. "undeutsch"Wo bleibt die Umwelt im Heimatland der Oekologie??
b. erzkapitalistisch. Die Orientierung an Bush ist offensichtlich, deklariert und unverschämt
c. Eine Verarschung der grünen Wählerbasis (ohne die sich Schröder nicht halten könnte)
Ausserdem, wass wird man Trittin versprochen haben, um so (un)geschickt auszuweichen![]()
Gruss![]()




Wo bleibt die Umwelt im Heimatland der Oekologie??
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