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    Predefinito Hat die SPD-Basis Lunte gerochen?

    FAZ, 06.02.04

    Schröder gibt Parteivorsitz an Müntefering ab - Scholz geht

    06. Februar 2004 Bundeskanzler Schröder hat in Berlin angekündigt, daß er den SPD-Parteivorsitz niederlegt und an den Fraktionsvorsitzenden Müntefering übergibt. Der Parteivorstand wird am Samstag informiert. Ende März soll ein Sonderparteitag Müntefering wählen.

    Schröder sagte am Freitag mittag auf einer spontan einberufenen Pressekonferenz, daß sich Deutschland im wichtigsten „Erneuerungsprozeß der Nachkriegsgeschichte“ befinde. Er sei dieser Politik „als Regierungschef naturgemäß verpflichtet“. Es gebe aber „Vermittlungsschwierigkeiten nach innen“, sagte Schröder in Anspielung auf den parteiinternen Unmut über seinen Regierungskurs. „Ich habe nicht immer die nötige Zeit für die Vermittlungsarbeit gehabt“, sagte der Kanzler. Daher werde er dem Parteivorstand vorschlagen, Müntefering mit dieser Aufgabe zu betrauen.

    Scholz gibt Amt des Generalsekretärs auf

    Müntefering selbst sagte, der Erneuerungsprozeß müsse gelingen. „Ich möchte dabei mithelfen“, sagte Müntefering. Er selbst habe nie „im Kopf gehabt, dieses Amt zu übernehmen“. Auf Nachfrage sagte der Fraktionsvorsitzende, Generalsekretär Olaf Scholz werde sich nicht wieder um das Parteiamt bemühen. Die Personalie werde später geklärt.

    Die hessische SPD-Landesvorsitzende Andrea Ypsilanti hatte zuvor zeitweilig mit einer angeblichen Rücktrittsforderung an Schröder als SPD-Vorsitzender für Aufregung gesorgt. Eine entsprechende Meldung der „Rheinischen Post“ ließ Ypsilanti aber dementieren. Der Düsseldorfer Zeitung nach habe sie gesagt, Schröder solle aufgrund seiner Arbeitsbelastung den Parteiposten abgeben.

    Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im niedersächsischen Landtag, Sigmar Gabriel, sagte im ZDF: „Ich glaube, daß die SPD in diesem Jahr einen neuen Antritt finden muß, sie muß die Spielfelder wechseln und dann eine andere Politik machen.“ Der SPD-Vorsitzende in Niedersachsen, Wolfgang Jüttner, hatte im Deutschlandfunk seine Forderung nach einer Kabinettsumbildung wiederholt.


    Sehe ich das falsch, oder hat die SPD-Basis endlich verstanden, wessen Spiel Schröder mach?
    Dafür spricht, dass ein echter Sozialdemokrate wie Müntefering für die Nachfolge vorgesehen ist.

    Wie seht ihr das?

  2. #2
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    Meiner Meinung nach ist Schröder genauso Sozialdemokrat wie Müntefering...das Problem Schröders ist ganz einfach dass er Kanzler ist, Verantwortung trägt und tragen muss.
    Fischer ist der beliebteste Politiker Deutschlands und von ihm kann man auch nicht sagen dass er die Außenpolitik macht die er früher in der Opposition immer gefordert hat... wenn man dann an der Regierung ist muss man nunmal Kompromisse schließen...
    Was kreidet man ihm denn an? Dass er Reformen durchführt die dem kleinen Mann an die Tasche gehen? Das macht uns alle sauer aber die Opposition meckert doch höchstens dass die nicht radikal genug sind! Was die Wähler und die Basis angeht... die sollen sich nur mal vorstellen was passiert wäre wenn Herr Stoiber uns jetzt regieren würde....
    Ich finde Schröders Entscheidung gut und konsequent, den Parteivorsitz abzugeben erleichtert ihn und die Partei.
    Dass ihn viele Parteimitglieder kritisieren ist gut (das bedeutet dass man in dieser Partei noch konstruktiv miteinander umgeht), dass er diese Kritik annimmt finde ich noch besser

    Ich würde ihn (bis jetzt) wieder wählen.

  3. #3
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    Glei zwei Gegenargumente (aus dem weiss-blauen Lager):

    Stoiber betonte, „letztlich“ müsste Schröder auch als Kanzler zurücktreten. Wer seine Partei nicht überzeugen könne, der habe auch keine Chance, die Bevölkerung zu überzeugen. Auch der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei Erwin Huber (CSU) plädierte für Neuwahlen: „Das wäre jetzt die sauberste Lösung.“ Der Verzicht auf den SPD-Vorsitz sei der Beweis dafür, „dass Schröder den Laden nicht im Griff hat“.

    * Ich lese daraus, dass Schröder sich im Clinch mit seiner eigenen Partei befindet. Ich verstehe, dass, man als Regierender nich alles so machen kann wie aus der Opposition (s. Bossi), aber ein Mindestmass an Anständigkeit wäre auch nicht schlecht. Vor allem, wenn ein SPD-Mann die Interessen der eigenen Wähler machen würde. Statt dessen passiert Folgendes:

    Der CSU-Generalsekretär forderte den Bundeskanzler auf, sich endlich um die tatsächlichen Probleme auf dem Arbeitsmarkt zu kümmern: „Elf Prozent Arbeitslosigkeit in Deutschland sind zuviel, egal wer im Verwaltungsrat der BA sitzt.“ Die billigen Versuche des Kanzlers, vom Versagen der Bundesregierung abzulenken, seien für die Millionen von Menschen, die um ihren Job bangen und für die Millionen von Arbeitslosen nur noch zynisch. Die neuen Arbeitsmarktzahlen würden einmal mehr beweisen, dass sich Deutschland unter dieser Regierung konjunkturell nicht nach vorne bewegen kann. Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen seien statistisch geschönt und geben nicht die tatsächliche Lage auf dem Arbeitmarkt wieder. Söder: „In Deutschland gibt es zu wenig Arbeitsplätze und zu viel schlechte Politik.“

    Mit den Beraterhonoraren von Florian Gerster und dem ganze Gezanke über das Thema werden die Arbeitsplätze nicht mehr und nicht weniger. Schröder bekämpft, wie damals Blüm, die Arbeitslosen, nicht die Arbeitslosigkeit.


    HA! Luft ablassen tut gut!


  4. #4
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    Originally posted by Mitteleuropeo
    Glei zwei Gegenargumente (aus dem weiss-blauen Lager):

    Stoiber betonte, ?letztlich? müsste Schröder auch als Kanzler zurücktreten. Wer seine Partei nicht überzeugen könne, der habe auch keine Chance, die Bevölkerung zu überzeugen. Auch der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei Erwin Huber (CSU) plädierte für Neuwahlen: ?Das wäre jetzt die sauberste Lösung.? Der Verzicht auf den SPD-Vorsitz sei der Beweis dafür, ?dass Schröder den Laden nicht im Griff hat?.

    * Ich lese daraus, dass Schröder sich im Clinch mit seiner eigenen Partei befindet. Ich verstehe, dass, man als Regierender nich alles so machen kann wie aus der Opposition (s. Bossi), aber ein Mindestmass an Anständigkeit wäre auch nicht schlecht. Vor allem, wenn ein SPD-Mann die Interessen der eigenen Wähler machen würde.
    Ach die CSU redet doch Schwachsinn! (Wahrscheinlich wollen sie vom Strauß-Prozess ablenken... ich glaube Strauß Junior weiss zu viel über die Partei und eventuell auch über Stoiber?...egal das ist ein anderes Thema....) Haha, als wenn man wegen so einer Lapalie das Kanzleramt abgeben müsste. Die SPD ist eben keine Arschkriecherpartei... und so muss es auch sein. Schröder ist ja kein Diktator, er ist Dank seiner Partei an der Macht und diese kontrolliert auch ob er einen guten Job macht.
    Die Opposition ist sowas von heuchlerisch wenn sie erst verlangt dass er den Sozialstaat stutzt und sie dann mit dem Finger auf ihn zeigt und zu seinen Wählern sagt "er hat euch verraten"...


    Statt dessen passiert Folgendes:

    Der CSU-Generalsekretär forderte den Bundeskanzler auf, sich endlich um die tatsächlichen Probleme auf dem Arbeitsmarkt zu kümmern: ?Elf Prozent Arbeitslosigkeit in Deutschland sind zuviel, egal wer im Verwaltungsrat der BA sitzt.? Die billigen Versuche des Kanzlers, vom Versagen der Bundesregierung abzulenken, seien für die Millionen von Menschen, die um ihren Job bangen und für die Millionen von Arbeitslosen nur noch zynisch. Die neuen Arbeitsmarktzahlen würden einmal mehr beweisen, dass sich Deutschland unter dieser Regierung konjunkturell nicht nach vorne bewegen kann. Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen seien statistisch geschönt und geben nicht die tatsächliche Lage auf dem Arbeitmarkt wieder. Söder: ?In Deutschland gibt es zu wenig Arbeitsplätze und zu viel schlechte Politik.?

    Mit den Beraterhonoraren von Florian Gerster und dem ganze Gezanke über das Thema werden die Arbeitsplätze nicht mehr und nicht weniger. Schröder bekämpft, wie damals Blüm, die Arbeitslosen, nicht die Arbeitslosigkeit.


    HA! Luft ablassen tut gut!

    Ich bitte dich! Wenn die CDU regieren würde gäbe es jetzt wohl gar keinen Kündigungsschutz mehr! Und dann wären noch mehr Leute auf der Straße. Die sollen sich mal an die eigene Nase fassen, die 16 Jahre Kohlregierung haben das genauso zu verantworten. Die haben die Arbeitslosenstatistikbeschönigungen doch erfunden
    Und zu Gerster... der Mann hat Fehler gemacht und musste gehen... wer hat denn dagegen Einwände? Das ist das gute in Deutschland, den Politikern wird nichts verziehen, wenn sie Scheisse bauen werden sie abserviert. Und SO MUSS ES SEIN!
    Also wenn ich diesen Stuss von den cdu-männchen lese kriege ich Zustände!Wie gesagt... die haben Feuer unterm A**** wegen Max Strauß

    nichts für ungut, Mittel, ich mein das nicht persönlich... ich habe wohl auch Luft abgelassen

  5. #5
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    Originally posted by peekaboo
    [ Haha, als wenn man wegen so einer Lapalie das Kanzleramt abgeben müsste.

    * ich meine, wenn man von der eigenen Partei nicht geliebt wird, und dass ist m.e. bei Hn. Schröder der Fall, dann sollte man zumindest die Zielrichtung korregieren und nicht nur ab und zu den Helden spielen (Irak-Krieg...und jetzt brav kuschen, in Stiefeln bei der Flutkatastrophe, Verzicht auf die Parteiführung). Nur damit er sich auf die Schulter klopfen kann und verkünden, dass er ein anständiger Mensch ist. Kein Zweifel, G.S. ist immer noch besser als Berlusconi, ist wenigstens nicht korrupt und glaubt an seine Ideen. Ich halte die nur nicht für richtig.

    Die SPD ist eben keine Arschkriecherpartei... und so muss es auch sein. Schröder ist ja kein Diktator, er ist Dank seiner Partei an der Macht und diese kontrolliert auch ob er einen guten Job macht.

    * Dein Wort in Gottes Ohr. Ich habe nach wie vor die SPD als Partei in guter Erinnerung. Leute wie Helmut Schmidt, Johannes Rau, Oskar Lafontaine, Herta Däubler-Gmelin sind hochanständig. Nur hat man sich den Falschen für die Spitzenposition ausgeguckt. Ein Kuckucksei :-)

    Die Opposition ist sowas von heuchlerisch wenn sie erst verlangt dass er den Sozialstaat stutzt und sie dann mit dem Finger auf ihn zeigt und zu seinen Wählern sagt "er hat euch verraten"...

    * Warum denn das? Wenn ein Politiker seiner Wählerschaft gegenüber wortbrüchig wird, dann ist es das gute Recht der Opposition, die gegnerische Parteibasis darauf aufmerksam zu machen. Hat Herbert Wehner seinerzeit genauso gemacht, als Pohl mit dem Schuldenmachen bei unveränderter Stärke der DM anfing. Zum Beispiel.

    Ich bitte dich! Wenn die CDU regieren würde gäbe es jetzt wohl gar keinen Kündigungsschutz mehr!

    * Abgesehen davon, dass nicht einmal die finstersten Obskurantisten der CDU sowas in Erwägung gezogen haben, ist bis dato die CDU Teil einer Koalition mit der CSU, die es niemals zulassen würde. Wenn Stoiber die Sozialhilfeempfänger zu gemeinnützigen Arbeiten verpflichten will, das meinst Du vielleicht, hat dies mit einer Lockerung des Kündigungsschutzes doch nichts zu tun. Ausserdem, wenn die CDU, wohlbetont: die CDU (nicht die Union), es vorschlagen würde, dann wäre es zwar dumm, aber kein Verrat der Wählerschaft, da sie bekanntlich die Interessen des Kapitals verteidigt. Mit Schröder hat man dagegen den Bock zum Gärtner gemacht.

    Und dann wären noch mehr Leute auf der Straße. Die sollen sich mal an die eigene Nase fassen, die 16 Jahre Kohlregierung haben das genauso zu verantworten. Die haben die Arbeitslosenstatistikbeschönigungen doch erfunden

    * richtig: als ich in meinem vorherigen Poster Norbert Blüm erwähnt habe, war dieser Minister der Kohl-Regierung.
    Es ist aber zum Kotzen, dass ein angeblicher Sozialdemokrat damit munter weitermacht, statt die Fehler seiner Vorgänger zu korregieren.

    Und zu Gerster... der Mann hat Fehler gemacht und musste gehen... wer hat denn dagegen Einwände?

    * ich sicherlich nicht, aber glaubst Du nicht, dass es ein Bisschen Ablenkungsmanöver war, um die Misere der Arbeitsvermittlung zu verschleiern? Monica Lewinsky und der Kossovo-Krieg.

    Das ist das gute in Deutschland, den Politikern wird nichts verziehen, wenn sie Scheisse bauen werden sie abserviert. Und SO MUSS ES SEIN!

    * das ist u.a. ein Grund, weswegen ich so viel Heimweh nach Deutschland habe.

    Also wenn ich diesen Stuss von den cdu-männchen lese kriege ich Zustände!Wie gesagt... die haben Feuer unterm A**** wegen Max Strauß

    * kann ich nicht gänzlich ausschliessen, aber in der Sache gebe ich Stoiber schon recht.

    nichts für ungut, Mittel, ich mein das nicht persönlich... ich habe wohl auch Luft abgelassen [/B]
    * ist völlig normal, dass man unterschiedlicher Meinung ist. Die Balken in italienischen Augen sind viel dicker

    Mach's gut!

  6. #6
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    * Abgesehen davon, dass nicht einmal die finstersten Obskurantisten der CDU sowas in Erwägung gezogen haben, ist bis dato die CDU Teil einer Koalition mit der CSU, die es niemals zulassen würde. Wenn Stoiber die Sozialhilfeempfänger zu gemeinnützigen Arbeiten verpflichten will, das meinst Du vielleicht, hat dies mit einer Lockerung des Kündigungsschutzes doch nichts zu tun. Ausserdem, wenn die CDU, wohlbetont: die CDU (nicht die Union), es vorschlagen würde, dann wäre es zwar dumm, aber kein Verrat der Wählerschaft, da sie bekanntlich die Interessen des Kapitals verteidigt. Mit Schröder hat man dagegen den Bock zum Gärtner gemach
    Die Union vertritt bekanntlich die Interessen des Kapitals... wieso nur die CDU? Findest du dass die CSU sozialer eingestellt ist als die große Schwesterpartei? Hab ich noch nie was davon gemerkt. Für mich ist die CSU so eine Art bayrisches CDU-Konzentrat wenn du verstehst was ich meine Sie ist auf jeden Fall konservativer, eigenbrötlerischer, fremdenfeindlicher und selbstherrlicher... aber ich weiss, dass du sie besser findest. Verstehen kann ich das bis jetzt noch nicht ganz, akzeptieren schon

    Du hast schon Recht die Sache mit Gerster war eine Show. Viele meinen ja dass wenn es jemand geschafft hätte die BfA zu reformieren dann er.... ich weiss es nicht.
    Der Staatsapparat ist übrigens eine Macht für sich. Den zu reformieren ist wohl unmöglich, manche Ämter müssten wohl regelrecht zerschlagen und völlig neu aufgebaut werden. Aber das ist etwas ZU revolutionär im heutigen Deutschland.
    Ich denke auf jeden Fall dass die Regierung Mut zeigt. Fehler macht sie, und manche Sachen machen mich auch richtig wütend... aber ich bleibe dabei.... immernoch tausendmal besser als die Vorstellung einer Stoiberregierung in diesen Zeiten.

    Die Deutschen sind auf jeden Fall sehr unzufrieden im Moment. Regierungsfreundliche Töne höre und lese ich schon lange nicht mehr...

  7. #7
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    Originally posted by peekaboo
    Die Union vertritt bekanntlich die Interessen des Kapitals... wieso nur die CDU? Findest du dass die CSU sozialer eingestellt ist als die große Schwesterpartei?

    * Ich finde das schon, unabhängig von dem Namen der Partei. Nur Stoiber hat meines Wissens gesagt, dass ein Rentenalter 67 aufgrund mangelnder Arbeitsplätze für Aeltere untragbar wäre. Und die Familienfreundlichkeit?

    Hab ich noch nie was davon gemerkt. Für mich ist die CSU so eine Art bayrisches CDU-Konzentrat wenn du verstehst was ich meine

    * Ist mir schon klar, was du meinst. Ich habe lange in einem "CSU-freien" Bundesland gelebt und hatte einen bayerischen Stiefvater (Heinz).
    Bayern ist zweifelsohne "anders", besteht aber aus mutigeren Bürgern, ähnlich wie Hamburg. Die Hessen (und die Badenser + Schwaben) sind eher katzebucklerisch und passen sich unbesehen dem Zeitgeist an. Heinz sagte immer, wenn eine Landschaft zu lieblich ist, dann sind die Menschen dort auch lieblich, und das war nicht unbedingt als Kompliment gemeint. Vor allem regte sich meine westfälische Mutter vehement dagegen, wurde aber mit "Saupreiss" quittiert. Aus eigener Erfahrung kann ich eher dem Heinz recht geben: ein Bayer aus echtem Schrot und Korn, genauso wie ein echter Preusse, hat ein soziales Gewissen und wurde von der Doppelmoral im Flachland nicht angesteckt. Auch die Trümmerfrauen waren in BY nie so werbewirksam wie in der restlichen Bundesrepublik. Ich könnte mir vorstellen, dass mir dein Schlesischer Vater recht geben würde.

    Sie ist auf jeden Fall konservativer, eigenbrötlerischer, fremdenfeindlicher und selbstherrlicher...

    * sie sagt nur das, was man woanders stillschweigend denkt.


    Der Staatsapparat ist übrigens eine Macht für sich. Den zu reformieren ist wohl unmöglich, manche Ämter müssten wohl regelrecht zerschlagen und völlig neu aufgebaut werden.

    * Ganz deiner Meinung

    Aber das ist etwas ZU revolutionär im heutigen Deutschland.

    * EBEN: kuschen und am Stammtisch grölen!

    Ich denke auf jeden Fall dass die Regierung Mut zeigt.

    * Die SPD vielleicht schon, aber die Regierung.....

    Die Deutschen sind auf jeden Fall sehr unzufrieden im Moment. Regierungsfreundliche Töne höre und lese ich schon lange nicht mehr...
    * Aus der Entfernung uns aus gesprächen mit meinen Freunden kann ich es nur bestätigen. Alles Deppen

    Vielleicht können wir uns über die Aussage einigen, dass die SPD als Partei noch Rückgrat hat, aber die Regierung noch "sehr verbesserungsfähig" ist. Akzeptabel?

    Schönen Sonntag!

  8. #8
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    Ich habe gestern noch ein paar interessante Kommentare gelesen zur jetztigen Situation in D.... und viele stimmen mit deinen mehr oder weniger überein.
    Klar ist, dass, egal welche Partei regiert, die Regierungen doch immer mehr irgendwelchen Lobbies verpflichtet zu sein scheinen als ihren Wählern...

    Weißt du, dass ich überhaupt nicht weiss, was mein Vater für politische Ideen hatte? Aber da er 8 Jahre bei der Bundeswehr war und mein Großvater in russischer Gefangenschaft war... nehme ich mal an dass er nicht rot wählte... ...ich muss mal fragen.
    Zu den "verschiedenen" Deutschen: klar gibt es große Unterschiede, ich denke auch dass die Landschaft und die soziale Umgebung einen Menschen sehr prägen...aber politisch? Bei mir hat das kohlrabenschwarze Baden-Württemberg wohl versagt

    Dir auch einen schönen und erholsamen Sonntag


  9. #9
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    übrigens..... wie du siehst (rein rethorisch gemeint ) gibt es auch unter den Bayern "Andersdenkende" :



    Mit einem toten Vogel als Kopfschmuck und Kriegsbemalung im Gesicht zeigt ein Demonstrant seine Verachtung für die Teilnehmer der Münchner Sicherheitskonferenz. Nach Angaben der Polizei protestierten etwa 5000 Bürger weitgehend friedlich gegen das Treffen von Politikern und Militärs aus 45 Ländern. "Ausreiseverbot für die Bundeswehr", "Abrüstung statt Sozialabbau" oder "Stoppt die weltweiten Kriege der NATO-Staaten" stand auf ihren Plakaten.

    Bei einem kurzen Auftritt wandte sich Liedermacher Konstantin Wecker gegen die Menschenmengen, die direkt neben der Kundgebung letzte Schlussverkaufs-Schnäppchen ergatterten. "Ohne Euch und Eure Proteste würde München zu einer aalglatten Geschäftsstadt verkommen", rief er den Demonstranten zu.
    (Spiegel-Online Bild des Tages)


  10. #10
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    Predefinito Die SPD ist doch noch gesund

    startseite.de, 12.02.04
    Kanzler verbittet sich SPD-Tipps zu Amtsführung
    Mittwoch, 11. Februar 2004 19:11 Uhr

    Berlin (dpa) - Bundeskanzler Gerhard Schröder hat sich öffentliche Ratschläge aus der SPD für seine Amtsführung verbeten. Über eine Kabinettsumbildung entscheide nur er, stellte er nach Angaben aus der SPD-Fraktionintern klar. In der Wochenzeitung "Die Zeit" räumte er eine Schwäche als SPD-Chef ein: "Ungeduld mit der Partei." Der künftige Parteichef Franz Müntefering ermahnte die SPD zu Disziplin und Solidarität. Dennoch kam aus der SPD-Linken erneut scharfe Kritik am rot-grünen Reformkurs.

    SPD-Fraktionsvize Michael Müller warnte indes im "Handelsblatt" vor weiteren Personaldebatten. "Das gilt auch für das Gerede über die Kanzlerkandidatur 2006 oder eine Kabinettsumbildung." Der Sprecher des "Netzwerks Berlin" von jüngeren SPD-Abgeordneten, Hubertus Heil, sagte der "Berliner Zeitung", das "Gequake" um Kurswechsel und Kabinettsumbildung müsse endlich aufhören.

    Der Wechsel an der SPD-Spitze wird Schröder zufolge nichts am Kurs der Parteiführung ändern. "Franz Müntefering macht nichts anderes, er macht es nur anders", sagte Schröder der "Zeit". Müntefering drückte es so aus: "Es gibt zwischen dem Bundeskanzler und mir keine unterschiedlichen politischen Linien." Seinen Rückzug aus dem Amt des Parteichefs begründete Schröder unter anderem so: "Ein Alpha-Tier zeichnet sich dadurch aus, dass es nicht mit dem Kopf durch die Wand will. Denn dann gewinnt nur die Wand." Er habe aber nach dem Verlust des Parteivorsitzes "eine gewisse Traurigkeit" verspürt.

    Nach Ansicht des SPD-Linken Ottmar Schreiner ist die Partei mit ihrer bisherigen Wirtschafts-, Beschäftigungs- und Sozialpolitik gescheitert. Der Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen warf dem Kanzler in der Tageszeitung "Die Welt" (Donnerstag) vor, die Politik der Regierung Kohl mit anderen Mitteln fortgesetzt zu haben. Zugleich wies er den Vorwurf zurück, nur der linke SPD-Flügel wolle Korrekturen an Schröders Reformen. "Das ist erkennbar dummes Zeug." Der SPD-Abgeordnete Rüdiger Veit sagte der Zeitung, der Wechsel an der Parteispitze werde nicht ausreichen, um die SPD aus der Krise zu führen.

    Bayerns SPD-Landtagsfraktionschef Franz Maget forderte eine Reformpause. Die SPD sei seit Monaten in einem beispiellosen Stimmungstief. Vor weiteren Reformschritten müsse zunächst die Bevölkerung wieder mitgenommen werden. "Wir haben im Reformprozess den ersten Anstieg geschafft. Ich meine, dass wir jetzt eine Verschnaufpause einlegen sollten."

    SPD-Vordenker Erhard Eppler erwartet durch den Wechsel an der SPD- Spitze keinen Linksruck in der Partei. Der "Pforzheimer Zeitung" (Mittwoch) sagte er, die Schwierigkeiten kämen "mehr aus der Gewerkschaftsecke". Eine Arbeitsteilung zwischen Schröder als Kanzler und Müntefering als Parteichef bezeichnete Eppler als richtig. Sie sei auch schon bei Willy Brandt und Helmut Schmidt richtig gewesen. "Ich glaube, dass Schmidt schon spätestens 1980 gescheitert wäre, wenn er Brandt nicht als Parteivorsitzenden gehabt hätte."

    Eine am Mittwoch veröffentlichte Emnid-Umfrage vom vorigen Wochenende ergab für die SPD einen Rückgang von 26 auf 24 Prozent Zustimmung. Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner sagte der "Bild"- Zeitung: "Ich sehe durch den Wechsel von Schröder zu Müntefering keine Anzeichen für einen Stimmungsumschwung." Zu einem anderen Ergebnis kam eine Forsa-Umfrage für RTL und "Stern": Danach legte die SPD im Vergleich zur Vorwoche von 24 auf 26 Prozent zu.

    * Ich meine, der Schröder hat immer noch nicht kapiert, dass er versagt hat und dass ihn seine Leute durchschaut haben. Der Vergleich mit Schmidt und Brandt ist geradezu unflätig, da m.e. Schröder weder die Austrahlung noch die Intelligenz Schmidts besitzt und Müntefering viel integrer als Brandt selig ist.
    Nichts kann mir aus dem Kopf schlagen, dass Schröder "ferngesteuert" ist und/oder über ein übermächtiges Ego verfügt.
    Schon ein Bisschen Berlusconi mit roter Grütze

    Gruss

 

 
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