In un periodo in cui si riempiono i giornali di news sulle condizioni di salute di un capo di stato di un remoto paese asiatico, nessuno fa notare che è morto Rau, ex presidente della Germania.
da n-tv.de
Freitag, 27. Januar 2006
"Er wird uns fehlen"
Johannes Rau ist tot
Johannes Rau ist tot. Wie sein Büro mitteilte, starb der Altbundespräsident am Morgen um 8.30 Uhr in seiner Berliner Wohnung. Der 75-Jährige war seit längerem schwer krank. Nach dem Ausscheiden aus dem Amt am 1. Juli 2004 musste er sich zwei Operationen unterziehen, von denen er sich nicht mehr richtig erholte.
Bundespräsident Horst Köhler, der im Bundestag bei der Holocaust-Gedenkstunde war, wurde sofort benachrichtigt und fuhr zu der Familie. Er würdigte seinen Vorgänger als einen der bedeutendsten Politiker der Nachkriegszeit. "Deutschland hat einen prägenden Politiker, einen großen Bundespräsidenten und einen Mann verloren, der die Welt menschlicher gemacht hat", sagte Köhler am Nachmittag im Berliner Schloss Bellevue.
Köhler ordnete für den 7. Februar einen Staatsakt zum Gedenken an Johannes Rau an. Das Bundespräsidialamt teilte außerdem mit, Bürgerinnen und Bürger hätten die Gelegenheit, sich in ein Kondolenzbuch einzutragen. Es liegt im Schloss Bellevue und in Bonn in der Villa Hammerschmidt von Samstag, 28. Januar, bis Montag, 30. Januar, jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr aus.
Fahnen auf Halbmast
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) ordnete für Samstag und Sonntag Trauerbeflaggung vor den Landesgebäuden an. Wegen des Holocaust-Gedenktages waren die Flaggen bereits am Freitag auf Halbmast gesetzt worden. "Johannes Rau war ein großer Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, dem das Land und seine Menschen viel zu verdanken haben", sagte Rüttgers.
Rau hinterlässt eine Frau und drei Kinder: Anna (22 Jahre), Philipp (20 Jahre) und Laura (19 Jahre). Seine Frau Christina ist eine Enkelin des früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann.
Der Sozialdemokrat zählte zu den führenden Politikern in Deutschland. Fast 50 Jahre war er politisch aktiv, davon 20 Jahre als Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen. 1999 wurde Rau der achte Bundespräsident. In seiner Amtszeit profilierte er sich als Präsident der politischen Rede.
Bei seinem Amtsantritt sagte Rau: "Jeder soll wissen, dass ich Zuversicht und Kraft aus dem christlichen Glauben schöpfe und dass ich Respekt vor allen habe, die ihr Leben auf andere Fundamente gründen." Nachdrücklich setzte Rau sich für das Zusammenleben von Deutschen und Ausländern ein. Als Richtlinie für seine Amtszeit nannte er: "Ich will der Bundespräsident aller Deutschen sein und der Ansprechpartner für alle Menschen, die ohne einen deutschen Pass bei uns leben und arbeiten." Eine besondere Beziehung verband ihn mit Israel, das er so oft wie kein anderer Spitzenpolitiker besuchte.
"Mit Florett statt Säbel"
Rau war erst vor wenigen Tagen 75 Jahre alt geworden. Aus gesundheitlichen Gründen konnte er nicht am Empfang im Berliner Schloss Bellevue teilnehmen. Einer von Raus letzten öffentlichen Auftritten war bei der Weihe der Dresdner Frauenkirche im Oktober 2005 gewesen. Aus Anlass des Geburtstages hatte Köhler den politischen Stil seines Vorgängers gewürdigt, mit dem Florett statt dem Säbel zu fechten.
Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte Rau als außergewöhnliche Persönlichkeit. "Er setzte Akzente, er spitzte zu, und doch polarisierte Johannes Rau nie." Rau habe sich als Bundespräsident, Ministerpräsident, als Mensch und als Politiker um Deutschland verdient gemacht. "Wir verneigen uns in Achtung und Dankbarkeit vor seinem Wirken und seiner politischen Lebensleistung", so Merkel.
"Er war vor allem eines: ein großer Freund der Menschen", sagte die Kanzlerin. Seine Haltung sei einem tiefen christlichen Glauben entsprungen. Sie selbst habe Rau als aufrichtigen und besonders verlässlichen Menschen kennen gelernt.
"Er wird uns fehlen"
"Die deutsche Sozialdemokratie trauert um Johannes Rau", erklärte der SPD-Vorsitzende Matthias Platzeck. "Wir haben einen unersetzlichen Freund verloren, der einer der bedeutendsten und beliebtesten Politiker unseres Landes war." Rau habe sich in den fünfzig Jahren seines politischen Wirkens um seine Heimat Nordrhein-Westfalen und um das ganze Land und seine Menschen unschätzbare Verdienste erworben. "Er wird uns fehlen."
Paul Spiegel, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, sagte, er sei zutiefst erschüttert und traurig über die Todesnachricht. Sein Mitgefühl gelte Raus "tapferer Frau und seinen Kindern". Er kenne Rau bereits aus dessen Zeit als Wuppertaler Oberbürgermeister vor 36 Jahren. "Ich bin sehr stolz darauf, dass er mich als seinen Freund bezeichnet hat", sagte Spiegel.
Auch im Ausland wurde die Nachricht von Raus Tod mit Trauer aufgenommen. Der ehemalige polnische Außenminister Wladyslaw Bartoszewski sprach von einem "großen Verlust für Polen". Besonders hob Bartoszewski, der als junger Mann Häftling im KZ Auschwitz war und sich schon früh für die Aussöhnung von Deutschen und Polen eingesetzt hatte, Raus christliches Engagement hervor: "In seiner politischen Arbeit orientierte er sich an moralischen Grundlagen."
Der israelische Staatspräsident Mosche Katsav drückte Raus Familie und dem deutschen Volk sein Beileid aus. Rau sei ein großer Freund des jüdischen Volkes und des Staates Israel gewesen, erklärte Katsavs Sprecherin Hagit Cohen. Rau habe Antisemiten und Holocaust-Leugner entschlossen bekämpft. Der Tod Raus erfülle Katsav mit Schmerz, sagte seine Sprecherin.
http://www.n-tv.de/627736.html




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