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Discussione: Sozialhilfe

  1. #1
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    Predefinito Sozialhilfe

    Endlich mal ein paar Zahlen zur Sozialhilfe in Deutschland. Sehr interessant wie ich finde und bei weitem nicht so wie das an den Stammtischen immer dargestellt wird!
    -------------------------------------------

    40 JAHRE SOZIALHILFE

    Zahl der Armen verdreifacht

    Der Anteil der Armen in der deutschen Bevölkerung ist drei Mal so groß wie noch vor 40 Jahren. Waren früher vor allem Alte unter den Armen, sind es heute zunehmend Kinder.


    Berlin - Das Statistische Bundesamt in Berlin hat die Zahlen vorgelegt, wonach sich der Anteil der Armen unter den Menschen in Deutschland in den vergangenen 40 Jahren verdreifacht hat. Den Studien des Amtes zufolge trifft die Not heute wesentlich weniger Alte als noch Anfang der sechziger Jahre, dafür aber erheblich mehr Kinder.

    Das Amt untersuchte die Entwicklung seit der Einführung der Sozialhilfe. Demnach wuchs die Zahl von Empfängern der "Sozialhilfe im engeren Sinne" (laufende Hilfe zum Lebensunterhalt) seit In-Kraft-Treten des Bundesozialhilfegesetzes im Juni 1962 von 580.000 auf 2,76 Millionen Ende 2002. Damit wuchs die Quote gemessen an der Bevölkerungszahl von 1,0 Prozent Ende 1963 auf 3,3 Prozent in diesem Jahr.

    Für die Hilfe zum Lebensunterhalt gaben die Kommunen 2002 rund 8,8 Milliarden Euro aus. Hinzu kamen 13,2 Milliarden Euro als "Hilfe in besonderen Lebenslagen" für 1,56 Millionen Menschen, darunter vor allem Eingliederungshilfen für Behinderte und Unterstützung für Pflegebedürftige.

    Johann Hahlen, Präsident des Statistischen Bundesamts, sagte, die Armutsrisiken für einzelne Bevölkerungsgruppen hätten sich seit den sechziger Jahren deutlich verschoben. Alten Menschen geht es demnach im Durchschnitt immer besser: Der Anteil von über 65-Jährigen unter den Sozialhilfeempfängern fiel seit 1965 von 28 auf sieben Prozent. Dafür stieg der Anteil von ausländischen Beziehern von nur drei Prozent auf 22 Prozent. Unter den Menschen nichtdeutscher Herkunft sind 8,8 Prozent auf Sozialhilfe angewiesen, mehr als doppelt so viele wie in der Gesamtbevölkerung.

    Auch der Anteil von Empfängern unter 18 Jahren stieg in den letzten Jahrzehnten deutlich um fünf Prozentpunkte von 32 auf 37 Prozent. Von den 2,76 Millionen Sozialhilfeempfängern waren Ende 2002 rund eine Million Kinder und Jugendliche. Viele leben nach Hahlens Worten nicht nur in Familien mit geringem oder keinem eigenen Einkommen, sondern vor allem bei allein Erziehenden. Inzwischen sei jede vierte allein erziehende Mutter - 340.000 Fälle - auf Hilfe vom Staat angewiesen.

    Risiko Arbeitslosigkeit

    Bei 75 Prozent der Empfänger steht laut Hahlen der Bezug von Sozialhilfe in "engem Zusammenhang zum Erwerbsstatus". Nur bei einem Viertel sei ein plötzlicher Notfall wie der Tod von Angehörigen oder eine Scheidung Anlass, Hilfe beim Sozialamt zu suchen. Unter den 1,68 Millionen Beziehern im erwerbsfähigen Alter sind nach Schätzungen des Bundesamts knapp eine Million, die eine Arbeit aufnehmen könnten.

    Die Aufnahme von Arbeit oder ein besserer Verdienst ist laut Bundesamt auch der wichtigste Ausweg aus der Sozialhilfe. Insgesamt 43,1 Prozent derjenigen, die 2002 aus dem Bezug ausschieden, gelang es so, ihren Lebensunterhalt wieder allein zu bestreiten. Durchschnittlich sind Bezieher derzeit 17 Monate auf Sozialhilfe angewiesen. Fast die Hälfte der Empfänger kam bereits nach sechs Monaten oder weniger wieder auf die Beine. Allerdings bezogen 2002 auch 6,9 Prozent betroffenen Haushalte 60 Monate oder länger Sozialhilfe.

    Laut Hahlen hat die 1994 eingeführte Pflegeversicherung die Kommunen bei der Sozialhilfe deutlich entlastet. So sei die Zahl der Empfänger, die Unterstützung bei der Pflege erhalten, bis 2002 um 46 Prozent gesunken, die aufgewendeten Mittel sogar um 63 Prozent.

    wie immer von Spiegel Online
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    Nur 8,8 Prozent der in Deutschland lebenden Ausländer beziehen Sozialhilfe! Das ist nicht viel. Was würde man denn da groß einsparen wenn man die loswerden würde? Ok, es kommen die Arbeitslosen dazu, aber die haben auch Beiträge einbezahlt sonst wären sie Sozialhilfeempfänger
    Und auch von diesen 8,8 % sind sicher der Großteil Frauen und Kinder.

    Was hältst du von diesen Zahlen, Mittel?

    (Ich spreche dich direkt an denn ich habe die Hoffnung aufgegeben dass sich noch jemand anders auf deutsch hier meldet )

  2. #2
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    Predefinito Re: Sozialhilfe

    [QUOTE]Originally posted by peekaboo
    [B]Endlich mal ein paar Zahlen zur Sozialhilfe in Deutschland. Sehr interessant wie ich finde und bei weitem nicht so wie das an den Stammtischen immer dargestellt wird!

    * Ich habe es endlich in Ruhe gelesen. Im Artikel unterscheidet man zwischen "Auslaendern" (d.h. Menschen, die die deutsche Staatsangehörigkeit nicht besitzen) und "Menschen nichtdeutscher Herkunft" (d.h. auch Eingebürgerte). Bei den Ersten ist die Quote 22%, bei den Zweiten, 8,8%. Es ist auch nicht verwunderlich, da Eingebürgerte in der Regel auch besser integriert sind. Was ich an Stammtischen und ähnlichen Einrichtungen gehört habe, betrifft undifferenziert die Ausländer, ohne Rücksicht auf das, was im Pass steht.
    Und ein ganz Böser würde noch sagen, dass die Illegalen, die keine Sozialhilfe erhalten können, aber irgendwie schon leben müssen (gesetzwidrig) in der Gesamtrechnung nicht gezählt sind, obwohl sie sich am System bereichern.

    Das war für mich aber nicht der wichtigste Punkt, der ist nämlich:

    Risiko Arbeitslosigkeit

    Bei 75 Prozent der Empfänger steht laut Hahlen der Bezug von Sozialhilfe in "engem Zusammenhang zum Erwerbsstatus". Nur bei einem Viertel sei ein plötzlicher Notfall wie der Tod von Angehörigen oder eine Scheidung Anlass, Hilfe beim Sozialamt zu suchen. Unter den 1,68 Millionen Beziehern im erwerbsfähigen Alter sind nach Schätzungen des Bundesamts knapp eine Million, die eine Arbeit aufnehmen könnten.

    Die Aufnahme von Arbeit oder ein besserer Verdienst ist laut Bundesamt auch der wichtigste Ausweg aus der Sozialhilfe. Insgesamt 43,1 Prozent derjenigen, die 2002 aus dem Bezug ausschieden, gelang es so, ihren Lebensunterhalt wieder allein zu bestreiten. Durchschnittlich sind Bezieher derzeit 17 Monate auf Sozialhilfe angewiesen. Fast die Hälfte der Empfänger kam bereits nach sechs Monaten oder weniger wieder auf die Beine. Allerdings bezogen 2002 auch 6,9 Prozent betroffenen Haushalte 60 Monate oder länger Sozialhilfe.

    * Diese Zahlen widerspiegeln die jetzige Situation, noch mit der alten ALG und ALH-Regelung und mit dem de facto Rentenalter von 58-60. Wenn die Reform voll durchschlägt, dann steigen die Zahlen der Sozialhilfeempfänger in schwindelige Höhen.
    Also sind diese angeblichen Sozialreformen nur Geldtransfer von der BfA an die Kommunen, die immer stärker belastet werden sollen (ist nicht neu). Damit verwässert man den Grundgedanken der (dezentralisierten) Bundesrepublik zugunsten eines immer mehr zentralistischen Staates. Ganz zu schweigen von der Verelendung der Bevölkerung und für den zu erwartenden weiteren Rückgang der Nachfrage bei Konsumgütern.

    Gute Nacht!

    Was hältst du von diesen Zahlen, Mittel?

    * s.o.

    [SIZE=1](Ich spreche dich direkt an denn ich habe die Hoffnung aufgegeben dass sich noch jemand anders auf deutsch hier meldet

    * Ich versuche gelegentlich, in italienischsprachigen Foren auf diese Diskussionen zu verweisen. Da viele Leute uns lesen, gehe ich davon aus, dass es immer noch die alte Berührungsangst der Italiener mit der geschriebenen deutschen Sprache ist.

    COME SE NON FOSSE CHIARO CHE POSSONO SCRIVERE ANCHE IN ITALIANO

    Ciao!

  3. #3
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    Predefinito Re: Re: Sozialhilfe

    [QUOTE]Originally posted by Mitteleuropeo
    [B]

    * Ich habe es endlich in Ruhe gelesen. Im Artikel unterscheidet man zwischen "Auslaendern" (d.h. Menschen, die die deutsche Staatsangehörigkeit nicht besitzen) und "Menschen nichtdeutscher Herkunft" (d.h. auch Eingebürgerte). Bei den Ersten ist die Quote 22%, bei den Zweiten, 8,8%. Es ist auch nicht verwunderlich, da Eingebürgerte in der Regel auch besser integriert sind. Was ich an Stammtischen und ähnlichen Einrichtungen gehört habe, betrifft undifferenziert die Ausländer, ohne Rücksicht auf das, was im Pass steht.
    Und ein ganz Böser würde noch sagen, dass die Illegalen, die keine Sozialhilfe erhalten können, aber irgendwie schon leben müssen (gesetzwidrig) in der Gesamtrechnung nicht gezählt sind, obwohl sie sich am System bereichern.
    neee, warte mal, 22% der gesamten Sozialhilfeempfänger sind Ausländer.
    Und 8,8 % der in Deutschland lebenden Ausländer sind Sozialhilfeempfänger. So verstehe ich das.
    Und das sind, meiner Meinung nach, ziemlich bescheidene Zahlen.

  4. #4
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    Predefinito Re: Re: Re: Sozialhilfe

    [QUOTE]Originally posted by peekaboo
    [B]neee, warte mal, 22% der gesamten Sozialhilfeempfänger sind Ausländer.

    * Ok, richtig

    Und 8,8 % der in Deutschland lebenden Ausländer sind Sozialhilfeempfänger.

    * Hier bleibe ich meiner Meinung: 8,8% der in Deutschland lebenden "Menschen nichtdeutscher HERKUNFT sind Sozialhilfeempfänger.

    Eine kleine Rechnung: wenn in D ca. 6 Mio Ausländer wohnen, dann sind sie in etwa 8% der Gesamtbevölkerung. Das bedeutet, dass die Anzahl der ausländischen Sozialhilfeempfänger 3 Mal höher ist, als die der Gesamtbevölkerung.
    Dann würde der Vergleich mit den "Nichtdeutschen" rein statistisch keinen Sinn machen, da die Ausländer in deren Anzahl enthalten sind. Wenn man allerdings diese Zahlen für bare Münze nimmt, dann steht immerhin ein Faktor >3 einem Faktor >2 gegenüber, was meine Meinung bestärkt, dass die Eingebürgerten besser integrationsfähig sind.
    Oder liege ich falsch?

    Alles Gute!

 

 

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