Pisa-Studie: Italien einer der Hauptverlierer
Eine Analyse der jüngsten Pisa-Ergebnisse zeigt: Italiens Schulen sind im internationalen Vergleich weit zurück und ist somit einer der Hauptverlierer der Studie. Im Vergleich zur Pisa-Studie von 2000 hat sich die Lage der italienischen Schulen noch verschlechtert.
Lernen für die Welt von morgen" heißt die aktuelle Pisa-Studie der OECD, und genau diese Fähigkeit 15-jähriger Schüler wurde in 40 Staaten untersucht. Wie sicher können die Nachwachsenden am Ende der Pflichtschulzeit lesen und rechnen? Wie weit reicht ihr naturwissenschaftliches Grundverständnis? Mit anderen Worten: Wie gut wurden sie von ihrer Schule für eine globalisierte, in ständigem Wandel begriffene Arbeitswelt präpariert?
Mit "Pisa 2003" liegt der mit Spannung erwartete zweite Teil des "Programme for International Student Assessment" vor. Denn nun können nicht nur die Schülerleistungen der Länder miteinander verglichen werden. Jetzt lässt sich auch erkennen, wie sich diese Leistungen im Gefolge des Pisa-Schocks verändert haben.
Das Ergebnis der italienischen Schüler fällt hier hingegen sehr schlecht aus. In allen Fächern lag man weit unter dem OECD-Durchschnitt. Deutschland und Österreich liegen in allen getesteten Fächern weit voraus. Im Vergleich zu 2000 hat man sich im Fach Mathematik noch um drei Plätze verschlechtert und erreichte den blamablen 26. Rang im internationalen Vergleich. Im Lesen ist Italien vom 20. Platz auf den 25. Platz zurückgefallen. Und auch im Fach Naturwissenschaft konnte sich Italien nicht verbessern. Im neuen Testfeld Problemlösen belegte Italien ebenfalls die hinteren Ränge.
International sieht die OECD-Bildungsvergleichsstudie PISA Finnland als klaren Sieger. In den drei Kategorien Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften gingen die Skandinavier als OECD-Sieger hervor, im neuen Testfeld Problemlösen landeten sie knapp hinter Südkorea auf dem zweiten Platz. Weiterer Sieger: Das in der Studie nicht explizit auf Plätze gereihte Nicht-OECD-Mitglied Hongkong, das von der Punkteanzahl her im Haupttestgebiet Mathematik sogar vor Finnland liegt und auch in Naturwissenschaften und Problemlösen Spitzenplätze einnimmt.
Auffallend an PISA 2003 ist, dass die Spitzengruppe in den drei bereits 2000 abgefragten Gebieten Mathematik, Lesen und Naturwissenschaft stabil geblieben ist. Neben den Finnen finden sich dort die Südkoreaner, die Japaner, die Neuseeländer, die Australier und die Kanadier. Neu in den oberen Rängen etablierten sich die Niederländer, die 2000 nicht gewertet wurden.
Aufsteiger sind die Schweizer, die sich im Lesen von Platz 17 auf elf und in Naturwissenschaften von Rang 18 auf neun verbessern sowie ihren siebenten Platz in Mathematik halten konnten. Im Problemlösen landeten sie auf Platz acht. Durchgehende Zugewinne verzeichnen auch die Belgier, leicht nach vorne arbeiten konnten sich die Deutschen (in der Mathematik von 19 auf 16, bei der Lese-Kompetenz von 21 auf 18, in Naturwissenschaften von 20 auf 15).
Durchwegs in der Spitzengruppe (nach Punkten, da rangmäßig nicht gesetzt) finden sich die drei Nicht-OECD-Mitglieder Hongkong, Liechtenstein und Macau. Dagegen sind andere Nicht-OECD-Staaten wie Brasilien, Tunesien, Jugoslawien, Russland und Lettland im unteren Drittel zu finden.
Samstag, 4. Dezember 2004




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