Der Gedanke einer Euregio (Europaregion) treibt ständig neue Blüten. Nicht nur fromme Absichten, sondern auch tatkräftige Umsetzung. Der erste Streich war die Bündelung der Notfallmedizinischen Stationen in Kärnten und Friaul. Der zweite, der gemeinsame Ausbau der Seilbahn Pontebba - Nassfeld und im nachfolgenden Text aus der Kleinen Zeitung stehen weitere Pläne.
27.07.2004 19:01


Europa-Regionen wollen enger kooperieren

Bei Treffen in Slowenien Bildung der gemeinsamen Europaregion Euregio von Kärnten, Steiermark, Slowenien, Friaul-Julisch Venetien und Veneto diskutiert.




Die Bildung einer gemeinsamen Europaregion Euregio war am Dienstag Thema eines Zusammentreffens politischer Vertreter Kärntens, der Steiermark, Sloweniens, Friaul-Julisch Venetiens und des Veneto in der slowenischen Gemeinde Goriska Brda (nahe Nova Gorica). Dabei wurde betont, dass die Regionen "im Herzen Europas" ihre Kooperationen besonders in den Bereichen Wirtschaft, Tourismus, Sport und Kultur vertiefen wollten.

Grenzüberschreitend. Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (F) strich beim Treffen die große Chance und Bedeutung für alle beteiligten Regionen hervor, die drei Kulturkreise repräsentierten. Es sei daher wichtig, dass jede Region ihre Vorstellungen einer künftigen gemeinsamen Politik im Rahmen der Euregio einbringe. In diesem Sinne sprach sich Haider u.a. für eine grenzüberschreitende touristische Bewerbung der Destination Südalpen sowie Kooperationen im Bildungsbereich aus. Neben wirtschaftlichen Projekten sollte aber auch die Kooperation in Sport und Kultur forciert werden. Er könne sich z.B. vorstellen, dass das erfolgreiche Veldener Songfestival neben Kärnten auch in Slowenien und Italien abgehalten werde, sagte der Landeshauptmann. Als ideale Präsentationsplattform für die Regionen würde sich die Fußball-Europameisterschaft 2008 in Klagenfurt anbieten.

Zusammenarbeit. Vorbildhaft laufe bereits die Kooperation mit Friaul und dem Veneto, betonte Haider weiters und verwies auf bilaterale Projekte wie den am selben Tag fixierten Ausbau des Skigebietes Nassfeld. Auch mit der Steiermark arbeite Kärnten gut zusammen, was u.a. die Umsetzung des wichtigen Infrastrukturprojektes Koralmbahn unterstreiche. Mit der Bildung der Euregio könnte diese Zusammenarbeit jedoch noch enger werden, meinte der Landeshauptmann, der in der Europaregion vor allem große Chancen für das neue EU-Mitglied Slowenien ortet.

Große Bedeutung. Primoz Ilesic, der seitens Sloweniens für die Euregio verantwortlich ist, bezeichnete die Europaregion als "Fundament" für sein Land, in der Europäischen Union Fuß zu fassen. Für September kündigte er im Namen der slowenischen Ministerin für Regionalpolitik, Zdenka Kovac, eine Fortsetzung der heutigen Gesprächsrunde in Celje (Cilli) an. Die Bedeutung der bilateralen Zusammenarbeit hoben auch der friulanische Landesrat Franco Iacop und sein venezianischer Amtskollege Floriano Pra hervor. "Globales Denken und regionales Handeln" schlug der steirische Wirtschafts- und Europalandesrat Gerd Schöpfer vor, der grenzüberschreitende Kooperationen besonders im Bereich der Universitäten und auf technologischer Ebene vorantreiben will.

* Eben, die Regionalisierung ist auch in der heutigen EU möglich. Man sollte sie deswegen nicht verteufeln, sondern die Chancen nutzen, die sie bietet.

Mit Europäischem Gruss