Macht es Sinn, eine Partei per Gesetz zu verbieten? War es so schlimm, die englischen Bomben auf Dresden, 15 Tage vor der kapitulation, als "Verbrechen zu bezeichnen?
Besonders wichtig ist der letzte Satz des Artikels, die Frage, ob ein gesetzlicher NPD-Verbot die Grundhaltung der Bevölkerung ändern würde.
www.startseite.de, 03.02.05
SPD-Politiker für neues NPD-Verbotsverfahren
Donnerstag, 03. Februar 2005 12:11 Uhr
Berlin (dpa) - Nach dem Drängen Israels wollen sich deutsche Politiker verstärkt für ein neues Verbotsverfahren gegen die rechtsextremistische NPD einsetzen. SPD-Fraktionsvize Gernot Erler warnte vor einem Imageproblem Deutschlands im Ausland.
Dort könne sich der Eindruck festsetzen: "Die kriegen die Rechtsradikalen nicht los", sagte Erler der "Berliner Zeitung". Er verlangte allerdings eine gründliche Prüfung eines neuen NPD-Verbotsantrags. Ein neuerliches Desaster vor dem Bundesverfassungsgericht könne sich Deutschland nicht leisten.
Der SPD-Politiker Reinhold Robbe, stellvertretender Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe, nannte die israelischen Forderungen anlässlich des Besuchs von Bundespräsident Horst Köhler eine Ermutigung. "Die Leute sagen uns, dass wir Nägel mit Köpfen machen müssen. Deshalb müssen wir ein NPD-Verbot ernsthaft in Erwägung ziehen", sagte er der "Berliner Zeitung".
Skeptischer zeigten sich Rechts- und Innenexperten im Bundestag. "Ich wünsche der NPD ein rasches und unrühmliches Ende, habe aber Zweifel, ob das mit einem Verbot geht", sagte der Grünen- Rechtsexperte Jerzy Montag dem Blatt. Auch der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach blieb zurückhaltend. Der SPD-Abgeordnete Dieter Wiefelspütz äußerte Verständnis für die Besorgnis in Israel. "Trotzdem könne uns die Freunde im Ausland die Verantwortung nicht abnehmen, selbst die Entscheidung zu treffen."
Auch Grünen-Chefin Claudia Roth bleibt skeptisch. Ein neuerlicher Gang nach Karlsruhe mache nur Sinn, wenn man "absolut sicher" sei, dass das Verfahren zum Erfolg führe, sagte sie. Deshalb müssten die Chancen im Vorfeld sehr sorgfältig geprüft werden. "Nichts wäre schlimmer, als wenn ein zweites Verfahren erneut an Verfahrensfehlern scheitert", sagte Roth.
Der deutsch-türkische Europaabgeordnete Cem Özdemir sagte den "Stuttgarter Nachrichten": "Auch wenn man die Partei verbietet, bleiben die gesellschaftlichen Probleme von Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit bestehen."




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